Oliver Haindl
Täglich zeichnen flinke Kinderhände Tausende wenn nicht Millionen neuer Kopffüssler (I): ein Kopf, zwei Beinchen, manchmal auch Händchen. Kein Bauch, kein Rückenmark, keine inneren Organe. Reduziert auf die Essenz. Die Impulse gehen direkt in die Füsse. Keine Umwege, kein Verlust an Zeit und Energie. Effizient. Schnell. Wirksam.
Denn hinter der niedlichen Fassade verbirgt sich eine düstere Verschwörung: kaum erschaffen, breiten sich die Kopffüssler rasend schnell aus, in Schwärmen oder einzeln. Auf kleinen Beinchen tippelnd ziehen sie ein dichtes Netz über unseren Erdball, erklimmen Berge und tauchen ab in die Tiefen der Meere, getarnt als unschuldige Weichtiere (IV). Weichtiere! Dabei verfolgen sie knallhart ein einziges Ziel: die Kontrolle der Welt!
Sie passen sich blitzschnell jeder Umgebung und Jahreszeit an, verändern schlagartig ihr Aussehen, treten in neuer Gestalt auf (z.B. als Skischuh II), unterwandern unsere sozialen und politischen Strukturen, regieren diktatorisch (VI), besetzen chemische Verbindungen (III) und Nahrung (V) oder bedienen unsere Rituale (VII).
Laut Prophezeiung der Mayas (VIII) endet unsere Welt am 21. Dezember 2012 und das Zeitalter der Kopffüssler beginnt!
I) der kindliche Kopffüssler

II) der winterliche Kopffüssler

III) der chemische Kopffüssler

IV) der tierische Kopffüsser ohne l
V) der pflanzliche Kopffüssler

Vi) der kindische Kopffüssler

VII) der künstlerische Kopffüssler (Alba's Breakfast, Warhol/ Basquiat/ Clemente,1984)

VIII) der afrikanische Kopffüssler Senofu Kpelie Maske (die Füsschen stellen die Verbindung zur Erde dar)

IX) Mayakalender mit kleinem und grossem Kopffüssler
